Unsere ersten Tage in Bali haben wir – wie bereits im vorherigen Blogbeitrag geschildert – in einem touristisch äußerst entlegenen Teil von Denpasar verbracht. Bereits von hier haben wir diverse Ausflüge gemacht – beispielsweise zu den Tempelanlagen Taman Ayun und Pura Ulun Danu Bratan, den Gitgit Wasserfällen und den Jatiluwih-Reisterrassen!

(Kultur-)Schock

Nun ging die Reise weiter ins viel umschwärmte Ubud, das auch als das kulturelle Zentrum von Bali bekannt ist.

Kaum angekommen, musste jedoch erstmal der abrupt einsetzende Schock überwunden werden! Auf den ersten Blick hätte ich nicht sicher sagen können, ob die Stadt zu einem größeren Teil aus Einheimischen oder aus Touristen besteht. Ebenso war das Straßenbild schlagartig ein gänzlich anders. Bestand die letzten Tage unsere Nachbarschaft noch aus Einheimischen, unzähligen Warungs, Supermärkten und Schulen, konnten wir in Ubud erstmal nur Unterkünfte für Touristen, gehobene Restaurants, Yogaschulen und Massage- bzw. Spa-Tempel ausmachen.

Analog zu so ziemlich jeder anderen Touristenhochburg, findet man jedoch auch in Ubud abseits der stark frequentierten Hauptstraßen ruhigere Flecken. Hat man diese erstmal ausgemacht, so stolpert man auf den Speisekarten anstatt über Pizza, Pasta, Burger & Co. auch wieder über indonesische Hausmannskost – und das zu einem Bruchteil dessen, was in den Touristen-Restaurants verlangt wird.

Rauf auf den Vulkan!

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Während zu Hause alle frieren, ist es in Bali wie bereits erwähnt heiß – sehr heiß! Das sollte uns jedoch nicht von einer Besteigung des Vulkans Batur abhalten. Um der zeitig einsetzenden Hitze zu endkommen, muss für dieses Vorhaben jedoch sehr früh gestartet werden und so begann unser Tag bereits kurz nach Mitternacht – um 01:30.

Noch ziemlich verschlafen wurden wir in einen Kleinbus verfrachtet, der sich auf den Weg zu dem im nordöstlichen Teil der Insel befindlichen Vulkans machte. Kaum am Fuße des Vulkans angekommen wurden uns Frühstücks-Pakete in die Hand gedrückt und es gab Taschenlampen für diejenigen, die keine eigene Stirnlampe vorzuweisen hatten. Unsere Gruppe bestand aus insgesamt zwölf Personen und drei Guides, wobei wir bei weitem nicht die einzige Gruppe mit besagtem Vorhaben waren.

Obwohl ich anfangs sehr zuversichtlich war, entpuppte sich unsere Gruppe leider als alles andere als homogen. Da sich der Aufstieg ziemlich steil und äußerst schweißtreibend gestaltete, brach die Gruppe regelmäßig auseinander und so mussten wir Flotteren stets auf die Nachzügler warten. Ein Umstand den ich zugegebenermaßen überhaupt nicht leiden kann – vor allem da wir komplett verschwitzt im kalten Wind standen. Nach der zweiten oder dritten Pause im gerade einmal 20-Minuten-Abstand wurde es Zeit für ein lautstarkes „No more breaks!“ in Richtung des vorausgehenden Guides, was gottseidank zur Folge hatte, dass sich die Guides aufteilten.

Gemeinsam mit vier anderen Burschen hatten wir nun einen Guide für uns alleine und plötzlich ging es in zügigem Tempo und vor allem ohne weitere Pausen den Vulkan hinauf. Gegen halb fünf haben wir gerade rechtzeitig zum bereits einsetzenden Sonnenaufgang den Gipfel erreicht. Während die Sonne langsam am Horizont hervorkam, verzogen sich die letzten Nebelschwaden und schließlich offenbarte sich uns ein atemberaubender Blick auf den gegenüberliegenden Vulkan Agung.

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Unser Guide bot uns an, dass wir noch eine Wanderung entlang des Kraterrandes dranhängen können. Zuvor leerten wir jedoch erstmal unsere Frühstücks-Pakete, die jeweils eine nicht näher definierbare Mischung aus Weißbrot und Pancake, ein hartgekochtes Ei und eine Banane beinhalteten.

Anschließend machten wir uns auf um den Kratergrad zu umrunden. Spätestens jetzt wurde uns klar, dass der zuletzt im Jahr 2000 ausgebrochene Vulkan tatsächlich noch aktiv ist, denn wir kamen bei mehreren Spalten im Boden vorbei, aus denen bis zu 90 Grad heißer Dampf entströmte. Der Guide einer anderen Gruppe war gerade damit beschäftigt, Eier in einer dieser Spalten zu kochen. Sehr umweltfreundlich wie wir finden!

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Happy Birthday to you me!

Ich war richtig froh, dass sich der Vulkan nicht dazu entschlossen hat auszubrechen – schließlich fehlten mir nur noch 3 Tage bis zu meinem 28. Geburtstag. Ein Ausbruch wäre vermutlich mein Beitritt zum Club 27 gewesen – ein Club in dem man bekanntlich nicht Mitglied werden möchte.

So aktiv die Vortage auch ausfielen, so relaxt lief mein Jubeltag ab: Eva organisierte ein ausgiebiges Frühstück, das aufs Zimmer gebracht wurde. Anschließend folgte ein ausgedehnter Spaziergang entlang des Campuhan Ridge Walks, der mit tollen Aussichten aufwarten lies.

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Den Nachmittag verbrachten wir in einem lässigen Café dessen Gartengestaltung am ehesten an ein großes Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley erinnert – freilich mitsamt großem Pool.

Als ob sich der Tag bis zu diesem Zeitpunkt nicht schon stressig genug gestaltete, ging es weiter in ein Spa zur Ganzkörper-Massage und abschließend landete zur Feier des Tages auch mal wieder ein Burger als Abendessen am Tisch.

Man(n) sollte definitiv öfter Geburtstag haben!

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Monkey Forest

Direkt in Ubud gibt es ein Areal mit dem Namen Monkey Forest, das gewissermaßen einen Pflichtbesuch darstellt. Hier leben an die 600 Affen in fünf verschiedenen Klans, zwischen denen es auch regelmäßig zu Auseinandersetzungen aufgrund von Revierkämpfen kommt. Das lässt sich jedoch nicht verhindern, da das Gebiet frei zugänglich ist und die Affen hier freiwillig leben – vermutlich auch wegen der vielen Touristen, die sich im Gegenzug für ein Foto regelmäßig mit Bananen revanchieren.

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Bei den Eingängen gibt es große Schilder mit allerhand Warnhinweisen und Verhaltensweisen, wie man sich in bestimmten Situationen – etwa wenn ein Affe auf einen klettert – verhalten soll. Das um und auf lautet, vor allem den männlichen Affen niemals in die Augen zu sehen, da diese das als Angriff wahrnehmen und ziemlich rabiat werden können.

Noch mehr Tempel, noch mehr Reisterrassen!

Von Ubud aus erkundeten wir auch den restlichen nordöstlichen Teil von Bali. Unter anderem die Tempelanlagen Tirta Empul und Gunung Kawi. Bei erstgenannten handelt es sich um einen hinduistischen Wassertempel, der für sein heiliges Quellwasser bekannt ist. Hier gibt es mehrere Becken, in die man sich – auch als Tourist – zum Gebet begeben kann.

Der Gunung Kawi-Tempelkomplex fällt sehr weitläufig aus und die Hauptattraktion stellen meterhohe in Stein geschlagene Skulpturen dar.

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Auch die Reisterrassen von Tegalalang nahe Ubud haben wir uns angesehen. Verglichen mit den zuvor von Denpasar aus besuchten Jatiluwih-Reisterrassen, die sich äußerst weitläufig erstrecken, fallen diese hier eher kompakt aus. Dafür gibt es hier viel mehr Terrassen entlang der steileren Hänge, wodurch sie ein tolles Fotomotiv abgeben.

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Paradies: Gili-Inseln

Inzwischen sind wir auf die traumhaften Gili-Inseln weitergereist. Nach so viel Action auf der turbulenten Insel Bali wurde es Zeit für ein paar ruhige Tage – fernab des überall herrschenden Verkehrschaos. Wie unsere Tage hier aussehen erfahrt ihr in Kürze!